FDP Rödermark informiert. Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher

FDP möchte die Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher attraktiver machen
Deutschland steht vor einem riesengroßen Problem. Es fehlen Erwerbstätige, um nötige Dienstleistungen auszuführen. Besonders dramatisch ist die Situation in der Kinderbetreuung. Es fehlt bundesweit an Erzieherinnen und Erziehern. In den letzten 15 Jahren hat sich der Bedarf an Fachpersonal in diesem Bereich mehr als verdoppelt. Kleinere Gruppengrößen, höhere Personalschlüssel, Inklusion und Integration, erhöhter Bedarf insbesondere bei der Betreuung von Kleinkindern unter 3 Jahren und bei Schulkindern sorgen für einen leergefegten Arbeitsmarkt. Dazu hat der Gesetzgeber einen Rechtsanspruch für Kinder von 0 bis 10 Jahren beschlossen (für Schulkinder wird dieser allerdings erst in 5 Jahren rechtswirksam). Besonders für die Kommunen ist dies ein Riesendilemma. Auf der einen Seite möchte man die Bildung im Kleinkindbereich verbessern, hat erkannt, dass hier ein Schlüssel zum Bildungserfolg in späteren Jahren liegt, möchte den Rechtsanspruch erfüllen und die Wünsche der Eltern nach besserer Vereinbarkeit von Kindern und Beruf ernst nehmen. Auf der anderen Seite fehlen schlichtweg die Personen, die diese Forderungen und Erwartungen auch umsetzen können. Und das Problem wird sich verschärfen. Ein Altersjahrgang der heute 11-20-Jährigen besteht im Durchschnitt aus 795.000 Personen, ein Altersjahrgang der heute 57-66-Jährigen besteht dagegen aus 1.100.000 Personen. Es kommen also in den nächsten 10 Jahren jedes Jahr rund 300.000 Personen weniger neu auf den Arbeitsmarkt als diesem durch Verrentung und Pensionierung verloren gehen.
Ein junger Mensch heute hat also (bei entsprechender Bildung) sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und wird sich mehrheitlich auf Berufsfelder konzentrieren, die ihm ein gutes Einkommen und Aufstiegschancen garantieren. Der Erziehungsbereich fällt hier etwas ab. Besonders die Ausbildung zum Erzieher ist oftmals mühselig und finanziell wenig lukrativ.
Wenn wir unsere Ansprüche an die frühkindliche Bildung und Erziehung aufrecht erhalten wollen, müssen wir diesen Wettkampf um die Köpfe aufnehmen. Nur die Einkommensmöglichkeiten zu erhöhen, ist hier keine Lösung. Dies führt nur zu Kannibalismus unter den Kommunen, der Kuchen an Fachpersonal wird dadurch nicht größer. Andere Wege sind hier gefragt. Die FDP-Fraktion hat daher eine Anfrage gestellt, um zum einen eine Übersicht über die aktuelle Situation in Rödermark und im Kreis Offenbach zu erhalten, und zum anderen einen tieferen Einblick in die heutigen Ausbildungsmöglichkeiten zu erhalten. Ziel ist zu erkennen, wo man hier am besten ansetzen kann, um die Erziehungsberufe attraktiver zu machen. Den Fragenkatalog der FDP finden Sie hier. Die Antwort des Magistrats können Sie hier nachlesen.
Da das Thema so brisant ist, haben wir darum gebeten, dass im nächsten Familien- und Sozialausschuss (20. August 2019, 19:30 Uhr) darüber offen diskutiert wird.

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» FDP Rödermark und FDP Kreistag.
» FDP im Bundestag.

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