Warum die FDP diesmal dem Haushaltsplan zugestimmt hat

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Es ist das übliche Spiel: während die Regierungsparteien den Haushaltsentwurf ihrer Hauptamtlichen verteidigen und ihre politischen Entscheidungen schönreden, kritisiert die Opposition die Politik der Regierenden und nennt ihre Gründe, warum sie dem Haushaltsplan so nicht zustimmen kann. Die FDP ist in Rödermark seit 13 Jahren in der Opposition und hat 12 Jahre lang dem Spiel entsprechend abgestimmt und den Haushaltsplan abgelehnt. 2023 hat sie zugestimmt. Was war diesmal anders?

Auch diesmal haben wir die Politik der Koalition kritisiert, sind in vielen Punkten anderer Meinung – besonders in denen, in denen nichts passiert, weil sich Koalition untereinander nicht einigen kann. Doch der Haushaltsplan ist kein Koalitionsvertrag, er zeigt auf, in welchen Bereichen die Stadt im kommenden Jahr wie viel Geld zur Verfügung haben wird und welche Investitionen getätigt werden können.

Die entscheidende Frage war für die FDP Rödermark dabei: Hätten wir etwas signifikant anders gemacht, wenn wir an der Macht wären? Gibt es in diesem Haushaltsplan größere Punkte, die unserem Wahlprogramm und unserer Politik massiv widersprechen? Nach unserer Haushaltsklausur haben wir diese Fragen mit „nein“ beantwortet.

Was wäre mit der FDP nicht gegangen?

Alle 5 wesentlichen Punkte, die zu einer Ablehnung führen würden, sind demnach nicht erfüllt. Die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen ist auch mit dem aktuellen Haushalt möglich.

Fazit: die FDP hätte den Haushalt dieses Mal nicht grundsätzlich anders ausgerichtet wie in den Jahren zuvor, sondern nur Nuancen verändert.

Warum also nicht diese Gelegenheit nutzen und den Willen zur konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister durch eine Zustimmung zum Haushalt verdeutlichen? Dieses Zeichen eines Vertrauensvorschusses an die Verwaltung ist keinesfalls gleichbedeutend mit einer Zustimmung zur Politik von AL/Grünen in Rödermark und ihrem aktuellen Koalitionspartner. Dieser Punkt ist uns sehr wichtig. Man möge dies bitte trennen.

FDP-Fraktion, im Februar 2023